Impressionen Runder Tisch Stuttgart


Schon zu Beginn unserer Auftaktveranstaltung wurde klar, welch unterschiedliche Interessen die Teilnehmer zum Runden Tisch geführt hatten. Vom Wunsch das Einsatzgebiet der Projektplattform bei Bosch zu vergrößern und hierfür von anderen Industriebauherren Ideen mitzunehmen, über Fragen zur langfristigen Gebäudedatennutzung nach Abschluss der aktiven Bauphase, bis hin zum Wunsch nach einem "Standard auf Knopfdruck", wie beispielsweise Herr Walder von BMW es nannte. Damit bot die Veranstaltung eine breite Spannbreite an Diskussionsthemen.

 

Eröffnet wurde der Vormittag durch das erste Impulsreferat. Herr Dickert von Porsche berichtete von der Motivation im zentralen Baumanagement eine Multiprojektplattform aufzubauen, da von dort aus zukünftig immer häufiger kleinere und mittlere Auslandsprojekte gesteuert werden sollen. Dabei betonte er vor allem die Tatsache, mit Hilfe einer Projektplattform Disziplin in die gesamten Abläufe innerhalb eines internationalen Projektteams bringen zu können.

 

Herr Knoblauch von wpm Projektmanagement erläuterte in seinem Referat die Rolle des Projektsteuerers, seine Art der Organisation und wie sich eine Projektplattform als zentrales Steuerungsinstrument nutzen lässt. Viel diskutiert wurde anschließend über eine geeignete Strukturierung von Projekten, um eine möglichst hohe Akzeptanz im Projektteam zu erreichen. Angeregt wurde dabei u.a. eine Vereinheitlichung der Plancodierung.

 

Ein reger Austausch erfolgte auch bei der Frage nach der weiteren Nutzung der Daten, die bei der Planung und Erstellung eines Gebäudes entstehen. Heute ist es meist üblich, nach Ende der Bauphase die Datensammlung abzuschließen, obwohl es den Bedarf und auch schon erste Ansätze in den Unternehmen gibt, die Daten für den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie zu nutzen.

 

Während heute beim Einsatz einer Projektplattform noch die Informationssammlung im Vordergrund steht, wird es in Zukunft zunehmend wichtiger auch Abläufe darzustellen. Die Vorgangsbearbeitung, oder anders ausgedrückt, Prozesse rücken zunehmend in den Vordergrund der Überlegungen. "Wie organisiere ich meinen Rechnungslauf, Freigabeverfahren, mein Mängelmanagement oder meine Nachtragsbearbeitung" sind Fragen, die immer häufiger gestellt werden und auch in dieser Runde zur Sprache kamen.

 

Sehr interessant war die Betrachtung der verschiedenen Bedürfnisse auf Bauherren- und Generalunternehmerseite. Letztere wurde u.a. durch die Unternehmen Wolff & Müller, BAM Deutschland und Ed. Züblin repräsentiert. Einig waren sich die hier vertretenen Bauherren und Generalunternehmer, dass für ein konsequentes Projekt- und Risikomanagement der Einsatz einer internetbasierten Projektplattform unerlässlich ist. Dabei müssen beide auf eigenständige Lösungen setzen, die ihre Bedürfnisse entsprechend abbilden. Für den Generalunternehmer genügt es z.B. nicht, nur Teilnehmer im Projekt des Bauherren zu sein. Er sollte unabhängig aufgestellt sein, um über die Projektplattform seine zahlreichen Gewerke und Nachunternehmer organisieren zu können. Gleichwohl muss eine Abstimmung zwischen den beiden Projektpartnern über geeignete Schnittstellen erfolgen. 


Insgesamt ein interessante und aufschlussreiche Auftaktveranstaltung, die durch ein gemeinsames Mittagessen abgerundet wurde, das noch einmal intensiv für einen persönlichen Austausch genutzt wurde.


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Samstag, 10. Mai 2008


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