Impressionen Runder Tisch München



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Am 10. Mai fand unser dritter Runder Tisch in München statt, diesmal zum Thema internetbasierte Projektplattformen im Einsatz bei Immobilienentwicklern. Zahlreiche am Lebenszyklus einer Immobilie Beteiligte nahmen die Gelegenheit wahr, um Erfahrungen auszutauschen und ihre speziellen Sichtweisen darzustellen. Architekten, beratende Ingenieure, Projektmanager, Bauunternehmer, Immobilienentwickler, Immobiliengesellschaften und Investoren diskutierten ihre Interessen, Zielsetzungen und Anforderungen an eine Projektplattform.

 

Den Auftakt der Veranstaltung machte Herr Wälder von der LBBW Immobilien Projektmanagement GmbH, der in seinem Impulsreferat die unterschiedlichen Aufgaben eines Informations- und Kommunikationssystems im Bereich des Immobilienprojektmanagements darstellte. Am gemeinsamen Projekt "Mitten in München" veranschaulichten Herr Wälder und Herr Alefeld von der Vermietungs- und Verwertungsgesellschaft sehr praxisnah das Spannungsfeld zwischen Gesellschafter- und Projektmanagerinteressen. Gleichzeitig wiesen sie auf die weit reichenden Interessensüberschneidungen hin, was die gesamte Projektkommunikation und -dokumentation anbelangt. Beide waren sich darüber einig, dass alle Beteiligten von Anfang an verpflichtend in das Projekt eingebunden werden und über die Plattform kommunizieren müssen. Nur so bekommt der Bauherr alle notwendigen Informationen über den Stand des Projekts und eine saubere Dokumentation über alle Leistungsphasen hinweg. Und nur so können auch jederzeit wichtige Entscheidungen, aufbauend auf einer soliden Informationsbasis, getroffen werden, so Herr Alefeld. Außerdem sei es überaus nützlich, auch für die Vermarktung und den Verkauf eine repräsentative Projektdokumentation aufweisen zu können.

 

In dieser Diskussionsrunde gingen die Vorstellungen sogar so weit, dass überlegt wurde, wann und wie Kaufinteressenten und Investoren zur frühzeitigen Risikobewertung über die Plattform mit Informationen versorgt werden können und in welcher Form ein Datennebenraum für die Due-Diligence zur Verfügung gestellt werden kann.

 

Auf die Frage, welche Dokumente denn über eine Plattform verwaltet werden sollten, wurde von verschiedenen erfahrungsreicheren Seiten bekräftigt, dass dies stets davon abhängen würde, welche Nachweise am Ende benötigt werden und, so Herr Völkl von der Swiss Life, welche Dokumente für die Abbildung der Lebenszyklusphasen wichtig sind. Dabei haben Schnittstellen zum Facility Management in seinen Augen ebenfalls eine sehr wichtige Funktion. Alle finalen Stände sollten auf jeden Fall dokumentiert sein. Dazu gehören die finalen Planstände, die technischen Bestände und Rechnungen. Dabei betonte Herr Völkl die Notwendigkeit, das Facility Management frühzeitig in die Projektplattform einzubinden.

 

Dies führte im zweiten Teil der Veranstaltung zur nächsten Frage: Wo sind sinnvolle "Andockstellen" zwischen Bauherr und Bauunternehmer? Dazu lieferte Herr Pröll aus der Sicht des Bauunternehmers Klebl in seinem Referat und der anschließenden Diskussionsrunde zusammen mit der Bauunternehmung Markgraf interessante Impulse. Auch hier wurde der Wunsch nach einem partnerschaftlichen Arbeiten, das die Bauunternehmen frühzeitig in die Planung mit einbindet – u.a. zur besseren Planbarkeit der Beschaffung von schwer verfügbaren Baustoffen – bekräftigt.
 
Neben den Fragen nach der richtigen Archivierung der Daten sowie der Betreuung und Verwaltung der Projektplattform wurde auch die Problematik der Einbindung von „firmeneigenen Softwarekreationen“ diskutiert und dabei mehrfach auf den großen Vorteil von flexiblen und offenen Softwarelösungen hingewiesen. Der Wunsch nach mehr offenen Systemen, die das gegenseitige Andocken erleichtern, wurde deutlich. Viele gaben jedoch zu bedenken, dass das Problem unterschiedlicher Strukturen dennoch bestehen bleiben würde, da jeder Beteiligte eine andere Philosophie verfolgt. Nach Herrn Alefeld wäre eine sinnvolle Lösung für die Zukunft die Vereinheitlichung von Systemen. Dies, so gaben einige der Gesprächspartner zu bedenken, sei jedoch aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen kaum möglich. Die Interessen sind zu vielschichtig, es gibt keinen Kardinalsweg, wie Herr Prummer von der Accumulata Immobilien Development es formulierte. Jedes Projekt ist anders gelagert und jeder hat seine projektindividuelle Sichtweise.

 

So unterschiedlich wie die Sichtweisen der Teilnehmer so einheitlich das Fazit: Der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie sollte in seinen finalen Ständen jederzeit abrufbar sein und alle Teilnehmer, angefangen vom Planer über das Bauunternehmen bis hin zum Immobilieninvestor, sollten so frühzeitig wie möglich in die Projektplattform eingebunden werden.


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Donnerstag, 07. August 2008


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